Pflanz- und Pflegeanleitung für Bambus

Standort: Halbschatten bis volle Sonne. Winterschäden bei Bambus sind meist Trockenschäden. Staunässe führt zum Absterben oder Verkümmern der Pflanze. (Bodenverbesserung: nicht notwendig, nur bei Staunässegefahr).
Pflanzung: Große, breite Pflanzgrube; Untergrund sollte etwas gelockert werden. Der Zusatz von handelsüblichen Mehrnährstoffdüngern (Rasendünger) wäre von Vorteil. Den Bambus nicht tiefer setzen, als er im Topf steht. Bei ausläuferbildenden Sorten eine Rhizomsperre verwenden (Material: PEHD + Alu-Schiene). Um das Pflanzloch herum etwas Erde anhäufen, dies erleichtert das spätere Gießen. Ein durchdringendes Angießen ist anzuraten. Wenn Sie gießen, dann bitte kräftig, damit auch der umliegende Boden Wasser aufnehmen kann. Eine ausgewachsene Pflanze (4-5 m) benötigt ca. 1.100 Liter Wasser pro Jahr und m2, inklusive dem Regen, dies ist die optimale Menge.
Pflege: Keine Bodenbearbeitung in Pflanzennähe, da sich die Rhizome in Oberflächennähe befinden. Bei länger ausbleibendem Regen und im Pflanzjahr ist durchdringendes Gießen ratsam. Kübelpflanzen sind in der Regel öfters zu gießen. Eine Düngung (Ende März) nach Winterende und eine zweite Gabe im Spätsommer sind ausreichend. Bei zu häufigen Düngergaben wird oft die Winterhärte beeinträchtigt, da der Bambus nicht rechtzeitig mit dem Wachstum abschließen kann. Die letzte Düngergabe lege ich somit auf den frühen August. Langzeit- oder Dauerdünger sind zu bevorzugen: Salzstress! Frosthärtere Pflanzen erhalten Sie bei erhöhten Gaben von Kalium (Herbstrasendünger). Dies sollte jedoch von Anfang an (Frühjahr) erfolgen. Kalium bewirkt, dass sich die Pflanzenzellen weniger strecken. Die Zellwände sind demnach stärker, die Pflanze bekommt einen kompakteren Wuchs und eine verbesserte Blattausfärbung. Bei Wuchsdepressionen (z. B. gelbe Blätter / braune Blattränder) rufen Sie mich einfach an. Bei sehr frostharten Sorten kann auf eine Bodenabdeckung verzichtet werden. Bei extremen Standorten (Ostwind / Sonneneinstrahlung) kann die Pflanze zusammengebunden werden (Verdunstungsschutz). Wassergaben bei frostfreiem Wetter sind anzuraten. Bei Kübelpflanzen unbedingt das Durchfrieren des Wurzelballens verhindern.
Schneiden: Rhizome:
Kappen der Ausläufer (bei fehlender Rhizomsperre) Triebe: Zwergbambus: Abmähen im Frühjahr bis auf wenige Zentimeter, dadurch erfolgt ein wesentlich besserer Austrieb. Zweiter Schnitt im Juni möglich.
Triebe:
Bodendecker:

Abmähen im Frühjahr bis auf wenige Zentimeter, dadurch erfolgt ein wesentlich besserer Austrieb. Zweiter Schnitt im Juni möglich.
Heckenpflanze:
"Heckenschnitt" oder Zuschnitt der neuen Triebe, nachdem sich die Seitenäste gebildet haben.
Solitär:
Entfernung sämtlicher Seitenäste bis auf eine Höhe von 1 m bis 2 m und zugleich ein Abschneiden der dünnen Halme direkt am Boden.
Schädlinge: Bei der Freilandkultur sind bis jetzt Schäden durch Spinnmilben aufgetreten. In der Innenkultur kann stellenweise ein Befall mit Blattläusen o. ä. auftreten. Pilzbefall bei sehr feuchter Witterung durch Getreiderost, dieser ist jedoch unbedenklich. Bei der Bekämpfung immer den Fachmann zurate ziehen.
   

TOP-Tipp:

Eine optimale Optik wird erreicht, wenn jeweils zwei Seitenäste belassen werden und danach zwei entfernt werden. Vom Boden bis ca. 1.5 m alle Seitenäste entfernen dann jeweils einen 'linken' und einen 'rechten' belassen, die zwei Folgenden entfernen, bis zur Spitze. Halmzahl (die kräftigsten): 5 oder 7 oder 9 oder 11 usw. Abstand der Halme zueinander ca. 30-100cm. Die Pflanze sollte >4m sein. Im kommenden Jahr biegen sich die Äste leicht nach unten, durch die Zunahme der Blätter (Gewicht). Der Anblick einer solchen Pflanze ist fantastisch. Wirkt am besten natürlich bei bunten ('Spectabilis') Halmen. Keine Leiter notwendig, da Sie die Halme mit der Hand herunterziehen können, außer bei Ph. vivax: Bruchgefahr!

Austrieb